Informationen über das Pferdegebiss

Viel zu wenig Pferdebesitzer wissen zum Beispiel, dass die Backenzähne ihres Pferdes bis unter das Auge reichen.

 

Wussten Sie es ?

 

Das ist noch lange nicht das Interessanteste !

Daher fasse ich die wichtigsten Informationen im Folgenden mal zusammen :

 

  • Pferde haben zwischen 36 und 44 Zähne
  • Im Durchschnitt beginnt mit 2,5 Jahren der Zahnwechsel und endet mit 5 Jahren
  • Die bleibenden Pferdezähne entwickeln im Ganzen eine Länge von ca. 10 cm (Backenzahn)
    bzw. 7cm (Schneidezahn)
  • Innerhalb eines Jahres schieben die Zähne in etwa 1 - 3 mm aus dem Zahnfach heraus
    (Oftmals fälschlicherweise als "wachsen" bezeichnet)
  • Ebenso findet während des Fressvorgangs eine Abnutzung der Zähne statt, 
    die von Natur aus proportional zum Herausschieben sein sollte
  • Der voll ausgebildete Zahn wird durch Knochenzuwachs im Zahnfach so lange herausgeschoben,
    bis die Reserve aufgebraucht ist
  • Die Reste der verbrauchten Zähne fallen dann oftmals irgendwann aus


Okay, also wenn die Natur alles so perfekt geplant hat, wofür brauchen die Pferde dann einen Pferdezahnspezialisten?

  • Stehen unsere Pferde, wie ursprünglich vorgesehen, 24h auf Steppengras, welches sie abbeißen müssen?

Sommerkoppel. Aber in der Regel, über dass Jahr gesehen, stehen sie ein paar Stunden am Tag auf einer Koppel, dessen Gras so weich ist, dass sie es bequem mit den Lippen zupfen können.
Die Folgen:

 

Zu lange Schneidezähne, die dafür sorgen, dass Fehlstellungen entstehen,
dass die Backenzähne zu wenig Kontakt haben und die Kiefergelenke unter Fehlbelastung stehen.

  • Ernähren sich unsere Pferde ausschliesslich durch Raufutter, welches sie ausgiebig und mit ausgeprägten Kauschlägen kauen müssen ?

Nein! Ein Großteil unserer Pferde wird mit Kraftfutter usw zugefüttert, welches die Pferde, im Gegensatz zum Raufutter, mit schnellen, kurzen Kauschlägen kauen.

Die Folge :

 

Ungleichmäßiger Abrieb der Backenzähne, welcher zu Fehlstellungen führt und
auch zu scharfen Kanten (häufig laienhaft als "Haken" bezeichnet).
Resultat sind oftmals Schleimhautläsionen und schmerzhafte punktuelle Belastungen einzelner Zähne,
die im schlimmsten Fall auch zur Fraktur der betroffenen Zähne führen können.

  • Fressen unsere Pferde ausschliesslich in ihrer natürlichen Fresshaltung vom Boden aus?

Nein! Immer noch fressen sie größtenteils aus Futtertrögen in Brusthöhe, Heuraufen oder aufgehängten Heunetzen.

Die Folge:

 

Eine Förderung von Fehlstellungen sowohl im Schneidezahn- als auch im Backenzahnbereich.

 

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